Hinweis: Einige Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet). Wenn du über diese Links einkaufst oder über einen Vergleichsrechner abschließt, erhalten wir eine kleine Provision von unseren Partnern (u.a. Amazon, Contorion, financeAds). Für dich ändert sich am Preis nichts. So finanzieren wir diesen Ratgeber.
Inhaltsverzeichnis
Lochziegel und Hochlochziegel sind im modernen Mauerwerk Standard – und beim Befestigen tückisch: Hinter der Oberfläche liegen Hohlkammern, getrennt durch dünne Stege. Ein normaler Spreizdübel spreizt hier ins Leere. Hier liest du, welcher Dübel über die Kammern hinweg greift, warum du den Schlag ausschalten musst und wann nur die Injektion hilft.
Schnelle Antwort
Im Lochziegel/Hohlziegel greifen normale Spreizdübel schlecht – sie spreizen in eine Hohlkammer statt in massives Material und finden keinen Halt. Deshalb: Für leichte bis mittlere Lasten (Leisten, Lampen, Regale) reicht ein Langschaftdübel, der über mehrere Stege greift statt punktuell zu spreizen und dadurch nicht durchdreht. Für schwere Lasten (Markise, Konsole, Geländer) braucht es einen Injektionsmörtel mit Siebhülse, der die Kammern formschlüssig verfüllt. Wichtigster Tipp: niemals im Schlagbohrmodus bohren (nur Drehgang) – der Schlag zerstört die dünnen Stege, und ohne intakte Stege hält kein Dübel.
Gut zu wissen
Welcher Dübel hält bei dir? Lochziegel, Hohlkammer oder Vollstein — der falsche Dübel reißt aus. Der Befestigungs-Finder fragt Untergrund und Last ab und nennt dir in unter einer Minute das passende System.
Das Grundproblem: Kammern und dünne Stege
Hochlochziegel bestehen aus vielen kleinen Hohlkammern, getrennt durch dünne Stege. Ein Spreizdübel braucht aber massives Material zum Verspreizen – trifft er auf eine Kammer, dehnt er sich ins Leere und hält nicht. Dazu kommt: Der Schlag beim Bohren bricht die feinen Stege weg und macht das Loch unbrauchbar. Du brauchst deshalb Befestiger, die die Last auf mehrere Stege verteilen – und die richtige Bohrtechnik.
Warum nicht mit Schlag bohren?
Weil die Stege zwischen den Hohlkammern dünn und empfindlich sind: Das Schlagwerk zertrümmert sie bei jedem Schlag mit, statt nur das Material zu lockern. Das Bohrloch franst aus, wird zu groß und unrund – der Dübel findet dann in keiner Kammer mehr Halt, egal welcher Typ. Deshalb gilt in Lochstein die feste Regel: Schlagwerk ausschalten, nur im Drehgang bohren.
Die richtigen Befestiger für Lochstein
Welcher Dübel hält im Hohlziegel?
Alles, was punktuell in einer einzelnen Kammer spreizt, versagt – die Last muss auf mehrere Stege gleichzeitig verteilt werden. Bei leichten bis mittleren Lasten übernimmt das ein Langschaftdübel, bei schweren Lasten ein Injektionsmörtel mit Siebhülse.
1. Langschaft-/Universaldübel — für den Alltag
Spezielle Langschaftdübel sind länger und knoten sich beim Anziehen hinter mehreren Stegen zusammen, statt punktuell zu spreizen. Für leichte bis mittlere Lasten in Lochziegel und Hohlblock.
fischer Langschaftdübel SXR (für Lochstein & Mauerwerk)
Langschaftdübel, der über mehrere Stege greift statt ins Leere zu spreizen. Die richtige Wahl für Hochloch- und Lochziegel im Alltag.
Wann brauche ich Injektionsmörtel?
Sobald es um Schwerlast geht – also alles, was ein Langschaftdübel nicht mehr sicher trägt. Ein einzelner Dübel kann in Lochstein nur begrenzt Last aufnehmen, weil die Stege dünn sind. Injektionsmörtel mit Siebhülse verteilt die Last großflächig über mehrere Kammern und ist damit die einzige Lösung für Markise, Konsole oder Geländer im Hohlziegel.
2. Injektionsanker mit Siebhülse — für Schwerlast
Soll Schweres an die Lochziegelwand – Markise, Konsole, Geländer – kommt das Injektionssystem zum Einsatz: Eine Siebhülse verhindert, dass der Verbundmörtel in die Kammern wegläuft, und überträgt die Last großflächig. Die belastbarste Lösung in Lochstein.
fischer Injektionsmörtel FIS V 360 S (Verbundmörtel für Lochstein)
Verbundmörtel für hohe Lasten in Lochziegel (mit Siebhülse). Verfüllt die Kammern und verkrallt sich – Profi-Lösung für Markisen und Konsolen.
fischer Siebhülse FIS H K (für Injektion in Lochstein)
Passende Siebhülse zum Injektionsmörtel – hält den Mörtel in der Kammer, statt ihn weglaufen zu lassen. Pflicht für Schwerlast im Lochstein.
Traglast-Übersicht (Richtwerte)
Richtwerte – die echte Tragkraft hängt stark vom konkreten Stein (Stegdicke, Rohdichte), Randabstand und System ab. Maßgeblich ist die ETA-Zulassung des Befestigers für den jeweiligen Stein.
| Befestiger | Typische Anwendung | Tragkraft |
|---|---|---|
| Langschaft-/Universaldübel | Leisten, Lampen, leichte Regale | leicht–mittel |
| Injektionsanker + Siebhülse | Markise, Konsole, Geländer | hoch |
| Kurzer Spreizdübel | ❌ ungeeignet | spreizt ins Leere |
Die häufigsten Fehler
- Mit Schlag gebohrt. Der häufigste Fehler im Lochstein: Die Stege brechen weg. → Ohne Schlag bohren (nur Drehgang).
- Zu kurzer Dübel. Spreizt in einer Kammer ins Leere. → Langschaftdübel oder Injektion.
- Bohrloch nicht gereinigt (bei Injektion). Senkt die Tragkraft. → Ausblasen.
- Aushärtezeit ignoriert. Zu früh belastet = Versagen. → Herstellerangabe abwarten.
Werkzeug dazu
Gebohrt wird im Drehgang – ein normaler Akku-Bohrschrauber reicht (Schlag ausschalten!). Für andere Untergründe siehe unsere Anleitungen zu Beton, Ytong/Porenbeton und Rigips/Gipskarton.
Fazit
In Lochziegel gilt: über mehrere Stege verteilen, nie ins Leere spreizen – und den Schlag ausschalten. Für den Alltag der Langschaftdübel, für Schwerlast der Injektionsanker mit Siebhülse. Dann hält die Befestigung auch im hohlen Mauerwerk zuverlässig.
Werkstatt-Ratgeber Redaktion
Fachredaktion — geprüft und aktualisiert
Quelle: werkstatt-ratgeber.de/ratgeber/befestigung-lochziegel-mauerwerk






Fragen & Kommentare
Hast du eine Frage oder Anmerkung? Schreib uns einen Kommentar.