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Cover: Vermögen schützen im Handwerk
Band 16

Bonus-Material

Exklusiv für Leserinnen und Leser von "Vermögen schützen im Handwerk" — Checklisten, Vorlagen und aktuelle Updates.

Alle Checklisten & Vorlagen als Sammel-PDF

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Rechtsform-Entscheidungshilfe: EU vs. GmbH vs. Holding

Die Ausgangstabelle aus Kapitel 2 — und die Kurzfassung der Holding-Frage aus Kapitel 4. Ersetzt keine individuelle Beratung; die konkrete Schwelle für Ihren Betrieb gehört auf den Tisch des Steuerberaters.

RechtsformHaftungGründungsaufwandTypisch für
EinzelunternehmenUnbeschränkt, privatMinimal (Gewerbeanmeldung)Solo-Betriebe, moderate Gewinne
GbRUnbeschränkt, alle Gesellschafter gesamtschuldnerischGeringZwei- oder Mehr-Personen-Start ohne Kapitalgesellschaft
UG (haftungsbeschränkt)Grundsätzlich auf Gesellschaftsvermögen beschränktNotar, Handelsregister„Mini-GmbH" mit geringem Startkapital
GmbHGrundsätzlich auf Gesellschaftsvermögen beschränktNotar, Handelsregister, Stammkapital (25.000 €)Etablierte Betriebe, Holding-Fähigkeit

Der wichtigste Unterschied zwischen Einzelunternehmen/GbR und UG/GmbH ist keine Steuerfrage, sondern eine Haftungsfrage — die Haftungsbeschränkung ist der tragende Grund für den Wechsel, Steuervorteile kommen erst in zweiter Linie.

FrageAntwort in Kürze
Was bringt eine Holding?95 % steuerfreie Gewinnweitergabe zwischen den Gesellschaften (§ 8b KStG), effektiv ~1,5 % Belastung
Was kostet sie?~2.500–7.000 € Gründung, ~3.000–4.000 €/Jahr laufend
Wann lohnt sie sich?Bei dauerhafter Thesaurierung/Reinvestition, grob ab sechsstelligen Gewinnen
Größte FalleNachträgliche Einbringung einer bestehenden GmbH → 7-Jahres-Sperrfrist, Einbringungsgewinn II (§ 22 Abs. 2 UmwStG)

Checkliste: Ist eine Holding für Sie ein Thema?

  • Bleibt bei Ihnen regelmäßig und dauerhaft Gewinn im Betrieb, der nicht privat gebraucht wird?
  • Erreichen Ihre thesaurierten Gewinne eine Größenordnung, in der sich die laufenden Mehrkosten (rund 3.000–4.000 €/Jahr) rechnerisch lohnen?
  • Planen Sie eine Investition (Immobilie, Beteiligung), die besser über eine Holding als direkt über die operative GmbH läuft?
  • Falls Sie bereits eine GmbH besitzen: Ist Ihnen die 7-Jahres-Sperrfrist bei einer nachträglichen Einbringung bewusst?
  • Haben Sie mit dem Steuerberater durchgerechnet, ob sich die Struktur bei Ihrer konkreten Gewinnhöhe überhaupt rechnet?

Steuerberater-Fragen-Checkliste

Die "Fragen für den Steuerberater/Fachanwalt" aus den einzelnen Kapiteln — gebündelt für Ihr nächstes Beratungsgespräch. Dieses Buch ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Rechtsform & Haftung (Kapitel 2)
Passt meine aktuelle Rechtsform noch zu Umsatz, Gewinn und Haftungsrisiko? Was würde eine GmbH-Gründung laufend an Kosten verursachen — realistisch, nicht als Faustregel? Bin ich als e. K. im Handelsregister eingetragen (Weg über § 152 UmwG)? Welche Schritte müsste ich in den nächsten zwölf Monaten einleiten?
Die Holding-Struktur (Kapitel 4)
Rechnet sich eine Holding bei meiner tatsächlichen Gewinnhöhe und Thesaurierungsquote — konkret durchgerechnet? Welche Gründungs- und laufenden Kosten fallen in meinem Fall realistisch an? Sollte ich die Holding jetzt gründen, um die 7-Jahres-Sperrfrist von Anfang an laufen zu lassen? Wie wirkt sich mein individueller Gewerbesteuer-Hebesatz aus?
Die Betriebsimmobilie (Kapitel 6)
Zählt meine Betriebsimmobilie zu den funktional wesentlichen Betriebsgrundlagen? Lohnt sich eine separate Immobiliengesellschaft trotz wegfallender erweiterter Grundstückskürzung? Wie hoch wäre die Grunderwerbsteuer bei Übertragung — greift die Konzernklausel des § 6a GrEStG?
Investitions-Timing (Kapitel 7)
Lohnt es sich, die geplante Investition vor oder nach der Umwandlung zu tätigen? Gefährdet eine geplante Einbringung einen noch nicht ausgenutzten Investitionsabzugsbetrag? Welche Fristen (§ 7g EStG, Rückwirkungszeitraum) muss ich in welcher Reihenfolge einhalten?
Investitionsbooster & degressive AfA (Kapitel 9–10)
Welche geplanten Investitionen sollte ich noch vor Ende 2027 tätigen, um vom Investitionsbooster zu profitieren? Lohnt sich die degressive AfA gegenüber der linearen Abschreibung spürbar? Verändert die ab 2028 sinkende Körperschaftsteuer meine Einschätzung zur GmbH?
Versicherungen & Altersvorsorge (Kapitel 12–13)
Welche Deckungssumme ist für einen Betrieb meiner Größe und meines Gewerks angemessen? Direktversicherung oder Pensionszusage als Gesellschafter-Geschäftsführer? Wie verteile ich mein Vorsorgebudget zwischen Rürup-Rente und bAV?
Betriebsübergabe (Kapitel 16)
Welches Bewertungsverfahren ist für meinen Übergabeweg (Verkauf vs. Schenkung/Erbfolge) maßgeblich? Erfülle ich die Lohnsummen- und Behaltensfristen der Regel- oder Optionsverschonung? Löst eine geplante Übergabe eine noch laufende Sperrfrist aus meiner Holding-Einbringung aus? Welche Schritte sollte ich in den nächsten zwölf Monaten einleiten?

Die Jahresroutine: 7 Fragen, ein Termin

Aus dem Fazit (Kapitel 17): der empfohlene Ablauf für das jährliche Update-Gespräch mit dem Steuerberater.

  1. 1Rechtsform und Gewinnentwicklung: Passt die aktuelle Rechtsform noch zur Gewinnhöhe des abgelaufenen Jahres?
  2. 2Struktur-Check: Falls eine Holding besteht — wie hoch war die Thesaurierungsquote, steht die 7-Jahres-Sperrfrist im Weg?
  3. 3Investitionsfenster: Welche Investitionen sind geplant, lässt sich der Investitionsbooster (Ablauf Ende 2027) noch nutzen?
  4. 4Versicherungscheck: Haben sich Betriebsgröße, Maschinenpark oder Mitarbeiterzahl verändert — passt die Deckungssumme noch?
  5. 5Altersvorsorge-Update: Wurde der Rürup- bzw. bAV-Beitrag an ein besonders gutes oder schwaches Jahr angepasst?
  6. 6Liquiditätsreserve: Reicht die Rücklage noch für drei bis sechs Monate Fixkosten?
  7. 7Übergabe-Uhr: Wie viele Jahre trennen den Betrieb noch von der geplanten Übergabe — ist die Vorbereitung im Zeitplan?

Vermögen im Handwerk entsteht nicht durch eine einzelne kluge Entscheidung, sondern durch die konsequente, jährlich wiederholte Pflege von Struktur, Hebeln und Schutz.

Rechtsstand-Hinweis

Rechtsstand dieses Buches: September 2026. Die genannten Regelungen (u. a. § 8b KStG, §§ 20/21/22 UmwStG, § 9 Nr. 1 GewStG, § 7g EStG, §§ 13a/13b ErbStG, § 2/§ 6 SGB VI, § 5/§ 7 GmbHG) geben den zum Redaktionsschluss geltenden bzw. verabschiedeten Stand wieder. Die stufenweise Körperschaftsteuer-Senkung ist beschlossen, tritt aber erst ab 2028 in Kraft. Dieses Buch ist keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung im Einzelfall und ersetzt sie nicht — konkrete Schwellen, Fristen und die für Ihren Betrieb passende Struktur gehören auf den Tisch eines Steuerberaters oder Fachanwalts.

Aktualität & Korrekturen

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105 Seiten Praxiswissen (Taschenbuch)
Durchgehendes Praxisbeispiel mit Rechenbeispielen
Checkliste je Kapitel
Fragen für Steuerberater und Fachanwalt
Rechtsstand September 2026
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